Asil

Indien und seine Nachbarländer wie Pakistan und Iran sind die Geburtsstätte der Asil. Der Name "Asil" (früher auch Aseel oder Azeel) taucht das erste Mal ca. 1000 vor Christus in diversen Schriftstücken auf. Es ist wohl unbestritten, dass die Asil eine der ältesten Kampfhuhnrassen sind, wenn nicht sogar die älteste aller Hühnerrassen. Asil ist ein arabisches Wort und bedeutet so viel wie "hochwohl-geboren, reinrassig oder edel", was also schon auf ihren Adel, großen Nutzwert und Bedeutung hinweist. Auch die berühmten arabischen Vollblutpferde führen den Zusatz Asil in ihrem Namen. Einst war es in ihrem Heimatland nur den Fürsten und Reichen vorbehalten, diese Tiere zu erwerben und zu züchten. Sie wurden in Indien wegen ihrer hervorragenden Kampffähigkeit von den Prinzen (Rajahs) hoch geschätzt und vor zu starker Verbreitung geschützt, daher auch die Namensgebung "Rajah Asil". Die Asilfamilie ist groß und es gibt sie in Ihren Heimatländern in unterschiedlichen "Landesschlägen". Im Deutschen Standard gibt es zwei Typen, den Rajah-Asil bei uns nur als Asil bekannt und den Madras-Asil. Die Madras sind größer und schwerer als die Rajah-Asil und wirken damit wuchtiger. Sie stehen weniger aufrecht. Ein Asil muss auf den ersten Blick wie ein vollwertiges Kampfhuhn erscheinen, d.h. aufgerichtet mit abfallender flacher Rückenlinie, breiter Brust, kantiger Schulterung und die Schwanzhaltung der Rückenlinie folgend. Ein leichter Schwanzwinkel stört das Bild jedoch nicht. Sehr wichtig ist auch der raubvogelartige Schädel mit seinem kurzen, kräftigen, leicht gebogenen Schnabel und einer ausgeprägten Backenmuskulatur. Des Weiteren sollte der Kopf mit einem kurzen, wenig entwickelten Erbsenkamm geschmückt sein. Das bedeutet, dass ein dreireihiger Erbsenkamm wohl ein schöneres Gesamtbild ergibt, aber für die Höchstwertung V muss der wie im Standard festgelegte wenig entwickelte Erbsenkamm genügen und darf bei einem typvollen Tier nicht negativ bewertet werden. Bekanntlich sind Asil schwerer als ihre Größe es vermuten lässt. Dies liegt daran, dass ihr Muskelfleisch sehr kompakt ist und die Knochenstruktur massiv und schwer ist im Vergleich zu anderen Rassen. Wenn man einen Asil in die Hand nimmt, muss er sich wie Blei anfühlen. Der Körper hat die Proportionen eines Backsteines, d.h. breiter als hoch (Wirbelsäule – Brustbein). Die Knochenstärke, insbesondere in den kantigen Ständern ist ein wichtiges Rassemerkmal und darf keines Falls übersehen werden. Die nächste markante Eigenschaft ist ein hartes und knappes Gefieder. Das Brust- und Rückengefieder muss voll, knapp und festanliegend sein, so dass in der Regel das Brustbein mit seiner roten Haut sichtbar wird. Ein unbefiedertes Brustbein kombiniert mit den sogenannten Flügelrosen (gefiederfreie Stellen auf dem Flügelbug) gibt dem Asil ein noch edleres Gesamtbild. Auch die durch das derbe Gefieder auftretenden gebrochenen Federn sind nicht selten, vereinzelte abgebrochene Handschwingen sollten bei der Bewertung unberücksichtigt bleiben. Asil sind gegenüber dem Menschen der sie pflegt ausgesprochen zahm und zutraulich. Die Hennen legen wenige Eier und in manchen Zuchtlinien sind die Eier für die Kunstbrut ungeeignet, weshalb hier nur Naturbrut möglich ist. Ein Nachteil durch das geforderte kompakte Muskelfleisch und die Knochenstäke ist, dass ein Asil relativ lange braucht um körperlich voll auszureifen, damit er in einer optimalen Schauverfassung ist. Richtig ausgereift und voll ausgeprägt ist der Asil nach zwei bis drei Jahren. Das bedeutet, der Züchter muss über entsprechende Stallfläche, Fingerspitzengefühl und ausreichend Geduld verfügen, um seine Tiere entsprechend halten zu können und ausreifen zu lassen.

Sie sind im Laufe der Zeit mehr zu einer Ausstellungsrasse geworden und spielen bei uns nicht mehr die Rolle des Sporthuhnes für die sie früher gezüchtet wurden. Ihre edle Herkunft und ihren ursprünglichen Sportzweck müssen sie aber trotz allem in ganz besonderem Masse in Körperform, Ausdruck und Charakter erkennen lassen. Dies sollte und darf bei der Zucht dieses wunderbaren Kampfhuhnes nie in Vergessenheit geraten.

Farbschläge: rotbunt, gelbbunt, wildfarbig, fasanenbraun, gold-weizenfarbig, rotgesattelt, schwarz-weißgescheckt, weiß, blau, blau-rotbunt, blau-silberhalsig

Zuchtwart: René Freier, Ernst-Ludwig-Strasse 76, 55597 Wöllstein 
Tel.-Nr.: 0170/1645224( ab 18.00 Uhr ), Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!